Existenzgründungen und Ansiedlungen statt steuerlicher Mehrbelastungen

Wir wollen die Gründerkultur in Essen stärken und die Chancen von Start-ups für Wachstum und Beschäftigung nutzen.

Viele internationale Industriekonzerne, die jahrzehntelang für Wohlstand und Wachstum gesorgt haben, stecken in einer tiefen Krise. In der Folge haben Wirtschaftswachstum und die Schaffung neuer Arbeitsplätze in den vergangenen Jahren vor Ort deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt gelegen. Ein Grund für die Probleme ist die Selbständigenlücke und eine zu schwach ausgeprägte Gründungskultur. Für Existenzgründungen, beispielsweise bei innovativen Start-ups, mangelt es noch immer an optimalen Rahmenbedingungen und an starker politischer Unterstützung. Gemäß aktueller KfW-Studie lauten die Hauptprobleme für Unternehmensgründungen bürokratische Hürden sowie mangelnde kaufmännische und fachliche Qualifikationen durch eine zu geringe Vermittlung von unternehmerischen oder technischen Kompetenzen in den Schulen und Universitäten mit deren schlechten Förderbedingungen. Die FDP setzt sich für das richtige Klima einer ausgeprägten Gründer- und Unternehmerkultur ein.

Unsere Stadt Essen braucht ein Handlungsprogramm zur Stärkung der Innovations- und Gründungskultur. Es geht dabei nicht darum, Vorhandenes aufzugeben, sondern an alte Stärken anzuknüpfen und um neue Geschäftsideen zu ergänzen, die zukunftsfähige Arbeitsplätze versprechen.

Zur Umsetzung dieser Ziele schlägt die FDP nachfolgende Initiativen vor, die in der Stadt Essen von Kammern, Verbänden und der Verwaltung ergriffen werden sollten: Gründerberatung, bedarfsgerechte Errichtung von Gründerzentren, Befreiungsregelungen von Bürokratie in den ersten Jahren nach der Unternehmensgründung, Kontaktherstellung und Projektbegleitung bei der Erschließung von Förderprogrammen, Bereithaltung hinreichender Gewerbeflächen für spätere Unternehmensexpansionen und Forcierung einer optimalen Netzabdeckung.

Neben allgemeiner Gründungsförderung ist es sinnvoll, bei der spezifischen Förderung nicht mit der Gießkanne vorzugehen, sondern Fördercluster zu bilden. Dort profitieren Neugründungen und etablierte Unternehmen von starken Netzwerken, Synergien und Kooperationen. Außerdem trägt dies zu einer effizienteren Verwendung von Fördermitteln bei. Ferner wirkt ein solches Cluster dem im Ruhrgebiet bekannten Problem des nicht immer produktiven Konkurrenzdenkens entgegen. In Essen bieten sich beispielsweise Start-up-Cluster in den Themenfeldern Energie, Mobilität und Gesundheit an. Entscheidend sind oft das passende Gründungsklima und die richtige Ansprache von potentiellen Gründungswilligen, ihre Geschäftsidee vor Ort zu realisieren. Einer Ermutigung und Unterstützung von Start-ups sollten sich möglichst viele Essener Verantwortungsträger in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft verpflichtet fühlen. Dazu möchten wir mit einer Imagekampagne „Pull-Effekte“ erzeugen, um Gründern Perspektiven aufzuzeigen.

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